Was in Zukunft noch unter journalistischem Handwerk zu verstehen sein soll, das erklärte kürzlich Nadia Kohler, KI-Chefin von Tamedia, den Redaktor:innen des «Tages-Anzeigers». Kohler ist Peppel-Schulz direkt unterstellt, sie geniesst viel Rückenwind aus dem Topmanagement. In der Mitarbeiter:inneninformation führte Kohler durchs neue KI-Reglement von Tamedia. Dieses regelt, in welchen Fällen die KI autonom Texte veröffentlicht (etwa bei Gemeindenews, die aus Medienmitteilungen generiert werden) und wann es einer strengeren Kontrolle bedarf. Klar wird bei der Lekture des KI-Reglements: In jedem Text, der im «Tages-Anzeiger» oder in einem anderen Titel von Tamedia erscheint, darf die KI mitschreiben. Und zwar in den meisten Fällen, ohne dass dies ausgewiesen ist. «Wir zeichnen KI auch dann nicht aus, wenn sie zu 95 Prozent den Text geschrieben hätte», erklärte Kohler den verdutzten Journalist:innen. Wichtig sei, dass die Autor:innen den Text begutachteten, bevor er publiziert werde. «Der Kern der Leistung - Recherche, Gespräche, Schwerpunkte setzen - verändert sich dadurch ja nicht.»
Könnte aus einer Redaktionssitzung von #exxpress stammen, nicht wahr?